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11. Feb 2026

Wie sieht das Idealprofil eines Software-Engineers in drei Jahren aus?

Umfrageergebnisse und Insights aus dem Cudos Trail Partner-Netzwerk

Die Rolle von Software-Engineers verändert sich gerade rasant: KI-Tools werden selbstverständlich, Systemlandschaften komplexer, Teams interdisziplinärer. Um ein gemeinsames Bild zu gewinnen, wie unter diesen Bedingungen das «Idealprofil Software-Engineer in drei Jahren» aussieht, haben wir unser Partnernetzwerk befragt: Rund 30 Partnerfirmen vom  Cudos Trail , konkret deren Software- und Entwicklungsleiterinnen und -leiter, haben an der Umfrage teilgenommen.

Ausgangspunkt der Umfrage war unser jährlicher Partnerfirmenevent des Cudos Trail. Wir wollten dort auf Basis konkreter Daten über das zukünftige Jobprofil diskutieren, Erfahrungen teilen und voneinander lernen. Allen, die nicht dabei sein konnten – und allen, die das Thema weiter vertiefen möchten – möchten wir die wichtigsten Ergebnisse nicht vorenthalten.

 

Wie Firmen heute KI-Tools nutzen – und was das über die Rolle der Engineers sagt

Um über das zukünftige Berufsbild sprechen zu können, führt kein Weg am Thema KI vorbei. In unserer Umfrage haben wir zuerst gefragt, wie die Partner KI-Tools heute in der Software-Entwicklung einsetzen.


Wie nutzt ihr KI-Tools aktuell in der Software-Entwicklung?

36 % arbeiten bereits täglich mit agentischen Tools.

14 % testen agentische Tools punktuell – zusammen also rund die Hälfte, die aktiv damit arbeitet.

29 % setzen KI primär für Code Completion ein (z.B. GitHub Copilot).

14 % nutzen eine firmenweit freigegebene, sichere Chat-Lösung.

Nur 7 % geben an, KI nicht systematisch oder professionell zu nutzen.
 

Unsere Einschätzung: Die meisten Partner sind nicht mehr am Anfang, sondern mitten in der Nutzung. KI wird zum Standard-Werkzeug. Die Rolle der Engineers verschiebt sich vom reinen «Coder» hin zur Person, die KI sinnvoll orchestriert, Risiken einschätzt und Qualität im Blick behält.

Externe Studien zeigen ein ähnliches Bild: Ein Grossteil der Befragten nutzt bereits KI-Tools in irgendeiner Form und sieht klare Produktivitätsgewinne. Gleichzeitig fühlen sich viele Juniors von KI eher bedroht, weil sie mehr Konkurrenz im Markt erwarten.

Hier setzt unsere zentrale Frage an: Wenn KI «normal» wird – was macht dann das Idealprofil eines Software-Engineers in drei Jahren aus?

Die wichtigsten Skills der nächsten Jahre – was Unternehmen heute priorisieren

In der Umfrage haben wir die Partnerfirmen gefragt, welche Skills Engineers künftig priorisiert aufbauen sollen. Die Ergebnisse sind überraschend eindeutig.


Welche Skills sollen Engineers künftig priorisiert aufbauen?

93 %  Systemverständnis & Architektur

57 %  Kommunikation & Zusammenarbeit

50 %  Tooling rund um KI

43 %  Produktverständnis

29 %  Daten-/AI-Grundlagen

21 %  Cloud/Plattform-Engineering & DevOps

14 %  Security & Datenschutz

14 %  Debugging, Testing & Qualitätssicherung

Architektur und Systemverständnis an erster Stelle

Ganz oben steht mit grossem Abstand Systemverständnis & Architektur (93 %). Hier investieren im Trail bereits in Schulungen und Mentoring. Beispielsweise führten wir kürzlich einen zweitägigen Workshop mit Gernot Starke zu arc42 durch, an welchem die Juniors mit grossem Interesse teilgenommen haben.

Die Botschaft: Engineers werden immer stärker zu Systemgestalterinnen und -gestaltern. Ihr Mehrwert liegt darin, komplexe Systeme so zu strukturieren, dass sie:

  • wartbar bleiben,
  • KI-Tools und Cloud sinnvoll integrieren,
  • Security und Datenhaltung berücksichtigen.

Framework-Kenntnisse bleiben wichtig – aber ohne Architekturkompetenz wird es schwierig, diese sinnvoll im Gesamtsystem zu verankern.

Kommunikation & Zusammenarbeit als Performance-Faktor

Auf Platz 2 folgt Kommunikation & Zusammenarbeit mit 57 %. In unseren Projekten merken wir das täglich: Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg – auch und gerade im Engineering.

Das heisst konkret:

  • Architekturentscheidungen erklären können,
  • Nachfragen stellen, um den Kontext zu verstehen,
  • Erwartungen aktiv klären,
  • in cross-funktionalen Teams (mit Business, Produkt, Operations) wirksam zusammenarbeiten.

Wir setzen deshalb seit längerem auf Workshops und individuelles Coaching zu Kommunikation, Feedback und Teamdynamik – insbesondere bei Juniors. Direktes Feedback spielt hier eine zentrale Rolle.

 

Worauf wir bei der Rekrutierung achten sollten – das Idealprofil in vier Dimensionen

In einem zweiten Schritt wollten wir wissen: Auf welche Indikatoren achtet ihr besonders, um zukunftsfähige Kandidatinnen und Kandidaten zu erkennen?

Die Antworten liessen sich in vier Kategorien clustern:

Der Kopf: Mindset & Analyse

  • Neugier und Lernfähigkeit (meistgenannt)
  • Umgang mit Unsicherheit («80 %‑Lösungen»)
  • Selbstreflexion

Für uns ist das bemerkenswert – Neugier und Lernfähigkeit sind seit Beginn des Cudos Trail unser grösster Fokus. In einer Welt, in der sich Technologien schnell verändern, ist die Fähigkeit, schnell und strukturiert zu lernen, oft wertvoller als spezifische Framework-Erfahrung.

Für die Rekrutierung heisst das:

  • Im Gespräch gezielt nach Lernkurven, selbst angestossenen Themen und Umgang mit Fehlschlägen fragen,
  • nicht nur auf «Match» zum aktuellen Stack achten, sondern auf das Potenzial, sich in neue Domänen einzuarbeiten.

Das Rückgrat: Hard Skills & Fundament

  • Architekturverständnis
  • Objektorientierung
  • fundiertes technisches Wissen

Ohne dieses Fundament nützt das beste Mindset wenig. Spannend ist aber: Die Partner denken hier nicht in einzelnen Hype-Stacks, sondern in Prinzipien – saubere Architektur, Design-Principles, solide Programmiergrundlagen.

Die Hände: Arbeitsweise

  • Hands-on und Experimentierfreude
  • Eigenverantwortung und Proaktivität

Gerade im Kontext von KI-Tools ist das entscheidend: Engineers, die ausprobieren, reflektieren und Verantwortung übernehmen, bringen neue Tools wie agentische Systeme oder Co-Pilots produktiv in die Projekte.

Der Mund: Kommunikation

  • Komplexe Dinge einfach erklären (technisch & nicht-technisch)
  • Nachfragen und Kontext verstehen

Das mag banal klingen, ist es aber nicht. Kommunikation ist heute ein zentraler Skill – nicht nur «Nice to Have». Engineers moderieren Refinements, erklären Architektur-Entscheide, helfen, Fach- und IT-Welt zu verbinden.

 

Was das für Juniors bedeutet – und warum ein Verzicht riskant ist

Parallel dazu sehen wir eine grosse Verunsicherung bei jungen Engineers. Viele Juniors fühlen sich von KI bedroht und glauben, dass sie die Konkurrenz im Markt erhöht. In unserem Partnernetzwerk haben einige Firmen den Trail im letzten Jahr pausiert, aus verschiedenen Gründen:


Gründe für den momentanen Verzicht auf Juniors:

50 %  Ökonomie & Markt (Budget, Kostendruck, Auslastung, Marktverfügbarkeit)

30 %  KI & Strukturwandel (weniger Einstiegsaufgaben, Effizienz)

20 %  Diverses
 

Hauptgrund ist klar die Marktsituation – darauf haben wir nur begrenzt Einfluss. Gleichzeitig sind wir überzeugt: Gerade in schwierigen Zeiten muss in der Schweiz in Nachwuchs investiert werden, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Wir sehen bei uns, wie effizient und sinnvoll die Juniors mit den aktuellen Technologien umgehen. Einige Beispiele aus dem Trail-Alltag:

  • Juniors unterstützen bei der Anforderungsanalyse und bringen frische Perspektiven ein.
  • Sie sind aktiv in den Architekturprozess involviert, übernehmen Teile des Systemdesigns unter Begleitung.
  • Sie entwickeln Testautomatisierungskonzepte, die dann im Team weitergeführt werden.
  • Sie moderieren Sprint-Zeremonien oder unterstützen bei der zielführenden Kommunikation im Team.

Das heisst: Die Eigenschaften, die in der Umfrage als ideal beschrieben werden – Lernfähigkeit, Proaktivität, Kommunikationsstärke, Architekturverständnis – können und sollen schon bei Juniors entwickelt werden. Wer heute aus Effizienzgründen auf Juniors verzichtet, riskiert in drei bis fünf Jahren ein massives Senior-Gap.

 

Der Cudos Trail als Antwort: Senior Engineers von morgen gemeinsam ausbilden

Die Umfrage bestätigt, was wir im Cudos Trail seit Jahren erleben: Das Idealprofil zukünftiger Software-Engineers entsteht am wirkungsvollsten in einem Netzwerk, das gezielt in junge Talente investiert.

Im Trail durchlaufen Juniors mehrere Projekte bei verschiedenen Partnerfirmen. Sie arbeiten in realen Projekten, werden eng gecoacht und lernen unterschiedliche Architekturen, Branchen und Teams kennen. So bauen sie genau die Skills auf, die unsere Partner priorisieren:

  • Architektur- und Systemverständnis (z.B. durch Workshops wie arc42 und Architektur-Reviews)
  • Kommunikation und Zusammenarbeit (Moderation von Meetings, Feedback-Coachings, wechselnde Teams)
  • Reflektierten Umgang mit KI & Daten (dediziertes KI-Team, Wissenstransfer)
  • Mindset & Arbeitsweise (Neugier, Experimentierfreude, Proaktivität über konkrete Verantwortungsetappen) 

Statt isoliert «fertige» Seniors zu suchen, investieren die Partnerfirmen über den Trail gemeinsam in den Aufbau dieser Profile – und profitieren gleichzeitig vom Netzwerk und einem gemeinsamen Talentpool.

Das Idealprofil in drei Jahren vereint starkes Architekturverständnis, klare Kommunikation, sicheren KI-Einsatz, solide Grundlagen und eine proaktive Haltung. Juniors bringen die nötige Lernfähigkeit mit – der Trail bietet ihnen den Rahmen, um genau zu diesen Senior Software Engineers von morgen zu werden.

 

Wenn Sie genauer wissen möchten, wie der Trail funktioniert und ob er zu Ihrer Situation passt: Informieren Sie sich auf unserer Trail-Seite und lassen Sie uns bei Bedarf gemeinsam prüfen, wie wir Sie konkret unterstützen können.

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