Um über das zukünftige Berufsbild sprechen zu können, führt kein Weg am Thema KI vorbei. In unserer Umfrage haben wir zuerst gefragt, wie die Partner KI-Tools heute in der Software-Entwicklung einsetzen. Wie nutzt ihr KI-Tools aktuell in der Software-Entwicklung? 36 % arbeiten bereits täglich mit agentischen Tools. 14 % testen agentische Tools punktuell – zusammen also rund die Hälfte, die aktiv damit arbeitet. 29 % setzen KI primär für Code Completion ein (z.B. GitHub Copilot). 14 % nutzen eine firmenweit freigegebene, sichere Chat-Lösung. Nur 7 % geben an, KI nicht systematisch oder professionell zu nutzen. Unsere Einschätzung: Die meisten Partner sind nicht mehr am Anfang, sondern mitten in der Nutzung. KI wird zum Standard-Werkzeug. Die Rolle der Engineers verschiebt sich vom reinen «Coder» hin zur Person, die KI sinnvoll orchestriert, Risiken einschätzt und Qualität im Blick behält. Externe Studien zeigen ein ähnliches Bild: Ein Grossteil der Befragten nutzt bereits KI-Tools in irgendeiner Form und sieht klare Produktivitätsgewinne. Gleichzeitig fühlen sich viele Juniors von KI eher bedroht, weil sie mehr Konkurrenz im Markt erwarten. Hier setzt unsere zentrale Frage an: Wenn KI «normal» wird – was macht dann das Idealprofil eines Software-Engineers in drei Jahren aus? Die wichtigsten Skills der nächsten Jahre – was Unternehmen heute priorisieren In der Umfrage haben wir die Partnerfirmen gefragt, welche Skills Engineers künftig priorisiert aufbauen sollen. Die Ergebnisse sind überraschend eindeutig. Welche Skills sollen Engineers künftig priorisiert aufbauen? 93 %: Systemverständnis & Architektur 57 %: Kommunikation & Zusammenarbeit 50 %: Tooling rund um KI 43 %: Produktverständnis 29 %: Daten-/AI-Grundlagen 21 %: Cloud/Plattform-Engineering & DevOps 14 %: Security & Datenschutz 14 %: Debugging, Testing & Qualitätssicherung Architektur und Systemverständnis an erster Stelle Ganz oben steht mit grossem Abstand Systemverständnis & Architektur (93 %). Viele Partner investieren hier bereits in Schulungen und Mentoring. Wir selbst hatten im Januar beispielsweise einen zweitägigen Workshop mit Gernot Starke zu arc42, den wir sehr positiv erlebt haben. Die Botschaft: Engineers werden immer stärker zu Systemgestalterinnen und -gestaltern. Ihr Mehrwert liegt darin, komplexe Systeme so zu strukturieren, dass sie: wartbar bleiben, KI-Tools und Cloud sinnvoll integrieren, Security und Datenhaltung berücksichtigen. Framework-Kenntnisse bleiben wichtig – aber ohne Architekturkompetenz wird es schwierig, diese sinnvoll im Gesamtsystem zu verankern. Kommunikation & Zusammenarbeit als Performance-Faktor Auf Platz zwei folgt Kommunikation & Zusammenarbeit mit 57 %. In unseren Projekten merken wir das täglich: Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg – auch und gerade im Engineering. Das heisst konkret: Architekturentscheidungen erklären können, Nachfragen stellen, um den Kontext zu verstehen, Erwartungen aktiv klären, in cross-funktionalen Teams (mit Business, Produkt, Operations) wirksam zusammenarbeiten. Wir setzen deshalb seit längerem auf Workshops und individuelles Coaching zu Kommunikation, Feedback und Teamdynamik – insbesondere bei Juniors. Direktes Feedback spielt hier eine zentrale Rolle. KI-Tooling und Datenkompetenz – mit klaren Guardrails 50 % der Antwortenden nennen Tooling rund um KI, 29 % Daten-/AI-Grundlagen als Priorität. Aus unserer Sicht heisst das nicht, dass alle Engineers zu Data Scientists werden sollen. Wichtiger ist: KI-Tools einordnen können, ihre Grenzen kennen, sie verantwortungsvoll in den eigenen Prozess integrieren. Deshalb haben wir auch nach den wichtigsten Guardrails beim Einsatz von KI gefragt. Die Antworten lassen sich in drei Kategorien bündeln: Das Fundament: Security & Compliance Nur freigegebene Tools nutzen Keine vertraulichen Daten in unsicheren Chats Datenhaltung und Cloud-Freigaben klären Der Prozess: Human in the Loop Kein blindes Copy/Paste Code muss verstanden werden Kritisches Hinterfragen der KI-Ergebnisse Das Ergebnis: Quality & Architecture Robuste Regressionstests und Testkonzepte Architektur bewusst trennen Einhaltung von Projekt-Guidelines Beim Doing sind sich alle einig: Die Verantwortung bleibt beim Engineer. Das kritische Hinterfragen wird wichtiger – darauf achten wir im Cudos Trail schon in der Rekrutierung. Worauf wir bei der Rekrutierung achten sollten – das Idealprofil in vier Dimensionen In einem zweiten Schritt wollten wir wissen: Auf welche Indikatoren achtet ihr besonders, um zukunftsfähige Kandidatinnen und Kandidaten zu erkennen? Die Antworten liessen sich in vier Kategorien clustern: Der Kopf – Mindset & Analyse Neugier und Lernfähigkeit (meistgenannt) Umgang mit Unsicherheit («80 %‑Lösungen») Selbstreflexion Für uns ist das bemerkenswert – Neugier und Lernfähigkeit sind seit Beginn des Cudos Trail unser grösster Fokus. In einer Welt, in der sich Technologien schnell verändern, ist die Fähigkeit, schnell und strukturiert zu lernen, oft wertvoller als spezifische Framework-Erfahrung. Für die Rekrutierung heisst das: Im Gespräch gezielt nach Lernkurven, selbst angestossenen Themen und Umgang mit Fehlschlägen fragen, nicht nur auf «Match» zum aktuellen Stack achten, sondern auf das Potenzial, sich in neue Domänen einzuarbeiten. Das Rückgrat – Hard Skills & Fundament Architekturverständnis Objektorientierung fundiertes technisches Wissen Ohne dieses Fundament nützt das beste Mindset wenig. Spannend ist aber: Die Partner denken hier nicht in einzelnen Hype-Stacks, sondern in Prinzipien – saubere Architektur, Design-Principles, solide Programmiergrundlagen. Die Hände – Arbeitsweise Hands-on und Experimentierfreude Eigenverantwortung und Proaktivität Gerade im Kontext von KI-Tools ist das entscheidend: Engineers, die ausprobieren, reflektieren und Verantwortung übernehmen, bringen neue Tools wie agentische Systeme oder Co-Pilots produktiv in die Projekte – im Rahmen der Guardrails. Der Mund – Kommunikation Komplexe Dinge einfach erklären (technisch & nicht-technisch) Nachfragen und Kontext verstehen Das mag banal klingen, ist es aber nicht. Kommunikation ist heute ein zentraler Skill – nicht nur «Nice to Have». Engineers moderieren Refinements, erklären Architektur-Entscheide, helfen, Fach- und IT-Welt zu verbinden. Was das für Juniors bedeutet – und warum ein Verzicht riskant ist Parallel dazu sehen wir eine grosse Verunsicherung bei jungen Engineers. Viele Juniors fühlen sich von KI bedroht und glauben, dass sie die Konkurrenz im Markt erhöht. In unserem Partnernetzwerk haben einige Firmen den Trail im letzten Jahr pausiert, aus verschiedenen Gründen: Gründe für den momentanen Verzicht auf Juniors 50 %: Ökonomie & Markt (Budget, Kostendruck, Auslastung, Marktverfügbarkeit) 30 %: KI & Strukturwandel (weniger Einstiegsaufgaben, Effizienz) 20 %: Diverses Hauptgrund ist klar die Marktsituation – darauf haben wir nur begrenzt Einfluss. Gleichzeitig sind wir überzeugt: Gerade in schwierigen Zeiten muss in der Schweiz in Nachwuchs investiert werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wir sehen bei uns, wie effizient und sinnvoll die Juniors mit den aktuellen Technologien umgehen – sofern die genannten Regeln eingehalten werden. Einige Beispiele aus dem Trail-Alltag: Juniors unterstützen regelmässig bei der Anforderungsanalyse und bringen frische Perspektiven ein. Sie sind aktiv in den Architekturprozess involviert, übernehmen Teile des Systemdesigns unter Begleitung. Sie entwickeln Testautomatisierungskonzepte, die dann im Team weitergeführt werden. Sie moderieren Sprint-Zeremonien oder unterstützen bei der zielführenden Kommunikation im Team. Das heisst: Die Eigenschaften, die in der Umfrage als ideal beschrieben werden – Lernfähigkeit, Proaktivität, Kommunikationsstärke, Architekturverständnis – können und sollen schon bei Juniors entwickelt werden. Wer heute aus Effizienzgründen auf Juniors verzichtet, riskiert in drei bis fünf Jahren ein massives Senior-Gap. Der Cudos Trail als Antwort: Senior Engineers von morgen gemeinsam ausbilden Die Umfrage-Ergebnisse bestätigen das, was wir mit dem Cudos Trail seit Jahren leben: Das Idealprofil der zukünftigen Software-Engineers entsteht nicht im Alleingang einer Firma, sondern am stärksten in einem Netzwerk, das gezielt in junge Talente investiert. Das Grundmodell – Try & Hire im Cross-Company-Setup Im Cudos Trail durchlaufen Juniors mehrere Projekte bei verschiedenen Partnerfirmen. Typischerweise heisst das: sie arbeiten in realen Projekten mit, werden eng begleitet (Mentoring, Coaching, Feedback), wechseln gezielt den Kontext, um unterschiedliche Architekturen, Branchen und Teams kennenzulernen. Wie der Trail die gefragten Skills konkret adressiert Die Verbindung zur Umfrage ist direkt: Architektur & Systemverständnis (93 %) Workshops (z.B. arc42), Architektur-Reviews, frühzeitige Einbindung in Systemdesigns. Kommunikation & Zusammenarbeit (57 %) Moderation von Meetings, Feedback-Coachings, Einsatz in verschiedenen Teams und Rollen. Tooling rund um KI (50 %) & Daten-/AI-Grundlagen (29 %) Ein dezidiertes Team bei Cudos kümmert sich um KI-Themen und teilt das Know-how – inklusive sicherer Nutzung im Sinne der Guardrails. Mindset & Arbeitsweise Neugier, Experimentierfreude und Proaktivität werden im Programm nicht nur vorausgesetzt, sondern aktiv gefördert – etwa durch bewusst gewählte Projektaufgaben und Verantwortungsetappen. Statt isoliert um «fertige» Seniors zu konkurrieren, investieren Partnerfirmen über den Trail gemeinsam in den Aufbau von Engineers, die in drei Jahren genau die nachgefragten Profile abdecken. Fazit: Das Idealprofil entsteht heute – im Netzwerk Fassen wir zusammen: Das Idealprofil eines Software-Engineers in drei Jahren kombiniert: starkes System- und Architekturverständnis, klare Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeiten, einen reflektierten, sicheren Umgang mit KI-Tools, solide technische Grundlagen und eine proaktive Arbeitsweise. Mindset-Faktoren wie Neugier und Lernfähigkeit werden bei der Rekrutierung höher gewichtet als einzelne Tech-Stacks. Juniors bringen genau diese Lernfähigkeit und Experimentierfreude mit – sie brauchen aber einen Rahmen, in dem sie wachsen können. Verzicht aus kurzfristigen Effizienzgründen birgt ein langfristiges Risiko. Genau hier setzt der Cudos Trail an: als Cross-Company-Programm, in dem wir gemeinsam mit unseren Partnerfirmen die Senior Software Engineers von morgen ausbilden – mit den Skills, die in der Umfrage klar priorisiert wurden. Gleichzeitig profitieren die Firmen vom Netzwerk, vom Wissensaustausch und von einem Talentpool, der langfristig trägt. Wenn Sie genauer wissen möchten, wie der Trail funktioniert und ob er zu Ihrer Situation passt: Informieren Sie sich auf unserer Trail-Seite und lassen Sie uns bei Bedarf gemeinsam prüfen, wie wir Sie konkret unterstützen können. Mehr zum Cudos Trail erfahren