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13. Okt 2026
Der Beitrag zeigt, wie Schweizer Unternehmen bei der Nutzung von KI unabhängig und handlungsfähig bleiben. Abacus, CONVOTIS und bespinian liefern praxisnahe Einblicke und konkrete Wege zu lokalen LLM-Infrastrukturen.
Im Rahmen der Swiss AI Weeks luden wir zu unserem Praxisseminar ein. Das Ziel war keine theoretischen Grundsatzdebatten, sondern konkrete Strategien für Schweizer Organisationen. Denn bei uns beschäftigt die Frage, wie wir neue Technologien sinnvoll, sicher und produktiv nutzen können und dieses Wissen teilen wir gerne.
Nachfolgend finden Sie die Zusammenfassungen der vier Fachvorträge unseres Seminars.
Referent: Christian Hecht , Business Unit Leiter & Head AI bei uns
Viele Unternehmen stehen aktuell vor derselben Frage “Sollen wir auf etablierte US-Modelle setzen oder eigene KI-Infrastrukturen in der Schweiz aufbauen?”
Die Ausgangslage ist geprägt von sensiblem Datenmaterial, einem stark konzentrierten Markt (Frontier-Modelle stammen fast ausnahmslos aus den USA) und wachsenden Abhängigkeiten, da KI tief in Geschäftsprozesse integriert wird.
Digitale Souveränität bedeutet nicht, sich komplett abzuschotten oder alles selbst zu bauen. Es geht vielmehr darum
Eine Live-Umfrage unter den Teilnehmenden zeigte das aktuelle Spannungsfeld: 77 % nutzen Enterprise-Subscriptions von US-Providern, während 48 % nach wie vor mit Schatten-KI (privaten Tools) im Unternehmen konfrontiert sind. Bereits 24 % setzen jedoch auf Self-Hosting von Open-Weight-Modellen.
Ein zentraler Punkt im Vortrag war die rechtliche Komponente. Der US Cloud Act hebelt den physischen Serverstandort unter Umständen aus. Massgebend ist nicht primär, wo das Rechenzentrum steht, sondern wer es betreibt. Betreibt ein US-Mutterkonzern ein Schweizer Rechenzentrum, greift US-Recht potenziell ohne Rechtshilfeverfahren.
Vier pragmatische Empfehlungen für die Praxis
Referent: Alexander Vegh , CAIO bei Abacus Research AG
Abacus verfolgt seit der Gründung 1985 den Grundsatz, möglichst wenige Abhängigkeiten einzugehen. Im KI-Zeitalter bedeutet dies, dass man nicht blind auf die grossen Cloud-Plattformen setzen, sondern selbst experimentieren, investieren und testen soll.
Abacus betreibt für Tests und Research eigene Cluster mit 40 GPUs in Wittenbach. Die Erkenntnis nach intensiver Evaluierung ist, dass sich Open-Weight-Modelle (insbesondere aus der Qwen-Familie) hervorragend als Basis für Produkte eignen. Für komplexe Coding-Aufgaben hingen kleine lokale Modelle Anthropic und OpenAI bisher jedoch spürbar hinterher.
Bei der internen Richtlinie für Entwickler hat Abacus gelernt, dass zu starre Verbote nicht funktionieren
Für den produktiven Betrieb setzt Abacus auf die Tochtergesellschaft DeepCloud mit vier eigenen Rechenzentren in der Schweiz (u. a. ein exklusives KI-RZ im Tessin). Das Prinzip dabei: Beispielsweise werden bei RAG-Anwendungen Embeddings temporär in der Cloud generiert, die eigentlichen Vektoren und Kundendaten verbleiben jedoch lokal beim Kunden.
Referent: Vito Critti , CEO bei CONVOTIS Schweiz AG
CONVOTIS stieg mit einer ehrlichen These ein: «Niemand von uns ist aktuell vollkommen digital souverän.» Es geht jedoch darum, diesen Zustand schrittweise anzustreben.
Datenschutz schützt Daten – Handlungsfähigkeit schützt die eigentliche Aufgabe der Organisation. Die entscheidenden Fragen lauten
Kernsatz von CONVOTIS: «Souveräne KI heisst: Das Modell kommt zu den Daten – nicht umgekehrt.»
Durch den Einsatz von Open-Source-Plattformen und lokal gehosteten Sprachmodellen zeigt CONVOTIS, wie der Betrieb gelingt, ohne dass Daten den Schweizer Rechtsraum verlassen oder für Modelltraining verwendet werden.
Referentin: Lena Fuhrimann , Founder & Cloud Solution Architect bei bespinian GmbH
Der abschliessende Vortrag brachte die technische Umsetzung auf den Punkt: “Wie betreibt man Open-Weight-Modelle performant auf eigener Hardware?”
Der vierte Vortrag behandelte die praktische Umsetzung beim Einsatz lokaler Sprachmodelle auf eigener Infrastruktur. Im Zentrum standen dabei zwei wesentliche Vorteile: vollständige Kontrolle über die eigenen Daten und deutliche Kosteneinsparungen gegenüber laufenden Gebühren externer Cloud-Anbieter.
Fazit: «Dare to go small!» – Kleinere, gezielt ausgewählte Modelle reichen für viele Unternehmensanforderungen völlig aus und bieten eine sichere sowie wirtschaftliche Alternative.
💡 Profitipp: Um den exakten VRAM-Bedarf für verschiedene Modellgrössen und Quantisierungen im Vorfeld zu berechnen, helfen spezialisierte Tools wie der VRAM Calculator von apxml .
KI ersetzt nicht die Expertise von Fachkräften, sondern wirkt als Beschleuniger. Erfahrene Engineers und Teams werden durch den richtigen Einsatz von KI-Tools deutlich schneller und effizienter.
Souveränität ist dabei kein fixer Zustand, sondern eine Haltung. Wer seine Abhängigkeiten versteht, auf modulare Architekturen setzt und Datenhoheit gezielt einfordert, bleibt auch in Zukunft flexibel und handlungsfähig.
Möchten Sie erfahren, wie Ihr Unternehmen digitale Souveränität bei KI-Lösungen konkret umsetzen kann? Sprechen Sie direkt mit unserem Experten Christian Hecht für einen unverbindlichen, persönlichen Austausch.
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